Drei Winter

Es ist herbstlich kühl und grau in Wien...
Das Burgtheater Wien habe ich schon immer besuchen wollen. Es zählt zu den renommiertesten deutschsprachigen Theatern und ist auch ein Dauergast beim Berliner Theatertreffen. Doch das Theater an seiner Heimstätte zu erleben, ist etwas ganz anderes als ein Gastspiel in Berlin zu besuchen. Das Gebäude selbst ist zudem äußerst prachtvoll (das Theater trug früher den Namen "Kaiserlich-königliches Hofburgtheater).


Der scheidende Intendant Martin Kusej brachte das Stück "Drei Winter" von Tena Štivičić auf die Bühne. Es erzählt die Geschichte einer kroatischen Familie in einem Haus über drei Zeitebenen von 1945, 1990 und 2011, die diese drei entscheidenden Wendepunkte in der jüngsten kroatischen Geschichte erlebt oder überlebt. Es war schon interessant zu beobachten, wie die ständigen Zeitsprünge auf der Bühne umgesetzt wurden. Die Kriege waren allgegenwärtig, sowohl im Haus der Familie als auch außerhalb, trotzdem war die Inszenierung so witzgeladen, dass die dreistündige Aufführung kurzweilig wirkte... bis der letzte manisch-depressive Monolog alle Leichtigkeit mit einem Schlag wegwischte.